Orang-Utan-Schutz ist Klimaschutz
Veröffentlicht von: BOS Deutschland e.V. - Borneo Orangutan Survival Deutschland am 27.07.2009
Das Mawas-Gebietist das größte BOS-Projekt in Borneo. Es umfasst ein 377 000 Hektar großes Areal Tieflandregenwald in Zentral-Kalimantan. "Mawas" bedeutet in der Sprache der einheimischen Bewohner, der Dayak, Orang-Utan.
Die Region ist die Heimat einer der letzten großen Orang-Utan-Populationen von 3000 Tieren und vieler anderer bedrohter Tier- und Pflanzenarten.
Tieflandregenwälder sind für das Weltklima von hoher Bedeutung. In den bis zu 20 Meter starken Torfböden sind riesige Mengen Kohlendioxid gespeichert, die bei Rodungen und Entwässerung freigesetzt werden. Allein im Mawas-Gebiet sind das 1,2 Gigatonnen CO2. Zum Vergleich: in Deutschland werden pro Jahr 900 Millionen Tonnen CO2 emittiert und heizen so das Weltklima an.
Bei nachhaltiger Bewirtschaftung der Wälder ist die Kohlendioxid-Speicherfunktion der Torfschichten be- ständig und durch CO2-Bindung wachsen sie sogar zwei Millimeter im Jahr.
Im Falle von Brandrodung oder illegaler Entwaldung beträgt der Schaden im Mawas-Gebiet aus Sicht des Klimaschutzes geschätzte 2,8 Milliarden Euro. Es lohnt sich also, das Mawas-Gebiet für wenig Geld zu erhalten.
BOS unterstützt die ländliche Bevölkerung bei der Schaffung von alternativen Einkommensquellen wie der Rattankultivierung, der Fischzucht und der Gummiproduktion. Durch ökologische Handelsprodukte und faire Preise kann ein Beitrag für die nachhaltige Bewirtschaftung des Regenwaldes geleistet werden.
Insgesamt befinden sich 58 Dörfer mit mehr als 29 000 Haushalten innerhalb des von BOS verwalteten Mawas-Gebietes.
Die größten Gefahren für das Regenwaldgebiet Mawas sind die illegale und legale Rodung von Primärwald und die zunehmenden Waldbrände infolge von Brandrodungen.
Hinzu kommen Straßenbau, Trockenlegung von Feuchtgebieten durch den Bau von Kanälen und illegaler Tierhandel.
Eine weitere Bedrohung ist die Vergabe von Konzessionen der Provinz Zentral-Kalimantan an Minengesellschaften und Ölpalmunternehmen. Landkonflikte mit der lokalen Bevölkerung sind an der Tagesordnung. Neben der legalen Vergabe der Konzessionen sind Ölpalmunternehmen und Holzfirmen für ihre illegalen Aktivitäten bekannt.
Die Auswertung aktueller Satellitenkarten ermöglicht genaue Angaben über Rodungsaktivitäten und das Auftauchen von Bränden. BOS nutzt das satellitengesteuerte Monitoringsystem von SarVision für das Management und den Schutz des Mawas-Gebietes.
Ein schnelles Eingreifen kann so größere Schäden in den Projektgebieten verhindern.
Martina Wiesmayr
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